Peiner betont: „Ein E-Auto macht Spaß, ist klimaneutral und günstig“

Der Vöhrumer Energieberater Olaf Brokate ist bereits seit 2019 elektrisch unterwegs und schildert seine Erfahrungen. Vor Kurzem hat er gar mit seinem Kia e-Soul einen Porsche 911 abgehängt.

Er ist ein überzeugter Fahrer eines Elektro-Autos und möchte seinen Kia e-Soul nicht mehr missen: Olaf Brokate aus Vöhrum ist bereits seit 2019 elektrisch unterwegs und schildert seine Erfahrungen. Er freut sich sehr, dass es die Initiative „pe-mobil“ gibt und das Thema Elektromobilität in der Region beleuchtet.

Der Energieberater betont: „Ich kann es ganz einfach auf den Punkt bringen. Ich fahre ein E-Auto, weil das Fahren einfach Spaß macht, weil es klimaneutral ist und weil es bezüglich der Gesamtkosten für mich am günstigsten ist.“ Daher sei er 2019 von einem Hybridwagen auf den Kia e-Soul umgestiegen. „Ich habe das Auto für vier Jahre geleast, und es gab noch nie technische Probleme. Schön ist auch, dass das E-Auto steuerfrei ist und die Wartungen im Vergleich zu einem normalen Verbrenner-Fahrzeug sehr günstig sind“, erklärt der 49-Jährige. Hintergrund: Der aktuelle Listenpreis für den Kia e-Soul liegt bei etwa 35 000 Euro, abzüglich 9000 Euro staatliche Förderung.

Mindestens 300 Kilometer Reichweite

Wichtig ist ihm zu betonen, dass man bei einem E-Auto wegen zu geringer Reichweite keine Angst haben müsse. Der Vöhrumer weiter: „Wenn ich normales Tempo fahre, schaffe ich mit einem gut aufgeladenen Akku immer 450 Kilometer. Und wenn es als extreme Situation wirklich einen eiskalten Winter mit viel Gegenwind gibt, sind es mindestens 300 Kilometer.“ Damit könne er auch als Geschäftsmann, der oft unterwegs ist, locker alle Strecken bewältigen.

Und der Kia e-Soul sei auch groß genug für die vierköpfige Familie, „wobei unsere Söhne schon erwachsen sind“. Ein wichtiger Hinweis: „Der Akku sollte möglichst zwischen 20 und 80 Prozent geladen sein, dann erreicht der Akku eine höhere Lebensdauer. “ Und diese Fahrleistung ist wirklich beeindruckend, auch weil man sie überhaupt nicht erwartet, wenn das E-Auto mit Automatik leise und verhalten aus dem Carport summt. Doch wenn die Bremse gelockert und das Gaspedal leicht berührt wird, zeigt der Kia seine geballte Kraft. „Ich bin vor Kurzem auf die A 2 gefahren und habe beim Antritt einen Porsche 911 hinter mir gelassen. Der Porschefahrer hat nur große Augen gemacht“, sagt Brokate schmunzelnd. Die sehr gute Beschleunigung und den Fahrspaß, insbesondere wenn er von „Eco“ auf „Sport“ umstellt, konnte ich bei einer kleinen Probefahrt auch selbst erleben.

900 Euro Förderung pro Wallbox

Geladen wird der Wagen meistens an der heimischen Wallbox, die im Carport hängt. Der 49-Jährige sagt. „Nach etwa 18 Stunden ist das Auto auch nach einer Fahrt bis Hamburg und zurück hier wieder voll geladen.“ Zu den Kosten: Mit etwa 1200 bis 1600 Euro schlägt eine Wallbox zu Buche – allerdings fördert der Bund die Installation im privaten Bereich mit 900 Euro pro Wallbox. Besonders smart bei Brokate: Er hat eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, die auch Strom für das E-Auto produziert.

Ärgerlich findet es der Vöhrumer, dass es im Kreis Peine noch keine öffentliche Schnell-Ladesäule mit wenigstens 50kW-Gleichstromanschluss gibt, die ein E-Auto nach ca.45 Minuten aufgeladen hat. Er wünscht sich, dass es diese Säulen bald auf dem Hagenmarkt, Echternplatz und Schützenplatz gibt. „Das wäre bei einem fairen Tarif ein wirklicher Anreiz für E-Autofahrer für eine Pause oder einen Einkauf sogar von der A 2 in die City abzubiegen.“

Leider gebe es bislang nur wenige und leistungsschwache Säulen, bei denen das Laden mehrere Stunden dauert. „Bitte nicht missverstehen, ich finde es toll, dass die Stadtwerke Peine das kostenlos anbieten, aber auf Dauer ist das zu wenig“, ist sich der Energieberater sicher. Und noch einen Tipp hat er in diesem Zusammenhang: „Manchmal parken Autos die Ladesäulen so zu, dass sie nur schwer zu erreichen sind. Daher sollte man immer ein acht Meter langes Typ2-Ladekabel dabei haben.“

Ärger über intransparente Preismodelle

Was Brokate noch stört, sind die intransparenten Preismodelle an den deutschen Ladesäulen. Die Preise würden sich je nach Anbieter zwischen 30 Cent und einem Euro pro Kilowattstunde bewegen. „Manchmal kann man aber gar nicht erkennen, wie hoch der Preis letztendlich ist. Das ist wie Stochern im Nebel. Da muss der Staat dringend eine einheitliche Kennzeichnungspflicht einführen.“ Dagegen sei das Planen von langen Fahrstrecken kein großes Problem, „da es im Internet verschiedene Seiten gibt, die alle Ladesäulen für E-Autos in Europa anzeigen“. Und auch auf dem Display des Kia würden automatisch die nächstgelegenen Stationen aufblinken.

Wer öfters die gleiche Langstrecke fährt, sollte prüfen ob es am Zielort oder unterwegs einen lokalen Ladestrom-Anbieter gibt, bei dem man sich direkt als E-Mobilitätskunde anmelden kann. Das kann viel Geld sparen, denn die sogenannten Roamingdienstleister verteuern das Laden unterwegs sonst zusätzlich.

Und ist auch eine lange Fahrt mit dem E-Auto in den Urlaub – etwa nach Österreich – problemlos möglich? Der Vöhrumer antwortet ganz pragmatisch: „Das geht auch. Diese Frage stellt sich für uns aber nicht, denn da fahren wir natürlich mit der Bahn. Das Reisen im Zug auf langen Strecken ist viel entspannter, günstiger und auch klimafreundlicher.“ Der Vöhrumer bleibt sich ökonomisch und ökologisch treu.

Von Thomas Kröger, Quelle: Peiner Allgemeine Zeitung