pe-mobil Aktion: So lautet das Fazit der Peiner E-Auto-Testfahrer

Wie fährt sich ein Elektro-Auto? Welche Vorteile bietet es – und wie gut sind die Auflademöglichkeiten? Dies und mehr haben fünf PAZ-Leser an einem Wochenende testen können. Im Rahmen der Initiative „pe-mobil“ standen ihnen E-Fahrzeuge vom Autohaus Gebr. Schmidt zur Verfügung.

Für Elektrofahrzeuge soll die Infrastruktur in Peine deutlich ausgeweitet werden: Dafür haben die Stadtwerke die Initiative „pe-mobil“ gegründet. Fünf PAZ-Leser konnten jetzt ein Wochenende lang testen, welche Vorzüge E-Autos bieten. Das Autohaus Gebr. Schmidt hat dafür fünf Fahrzeuge zur Verfügung gestellt. Die Tester sind sich einig: Elektro-Autos seien eine tolle Sache – aber es gebe noch Verbesserungspotenzial bei den Lademöglichkeiten.

Andrea Weitling (56) aus Stederdorf hatte sofort einen guten Eindruck von dem elektrischen Škoda Enyaq, mit dem sie über mehrere Tage unterwegs war: „Es ist ein ganz anderes Fahrgefühl, es geht ganz sanft los – und wenn man dann aber Gas gibt, ist es wie ein Flugzeugstart“, sagt sie lachend. Die Ausstattung des SUV sei toll, genug Reichweite für den alltäglichen Arbeitsweg habe er auch. „Am liebsten hätte ich den Wagen am Montag gar nicht wieder zurückgegeben“, schildert Weitling begeistert.

„Als Zweitwagen würde ich ihn sofort nehmen“

Ein bisschen mehr Reichweite wäre nicht schlecht, meint Peter Rathai: Der 64-jährige Peiner fuhr drei Tage lang mit einem VW ID.3. Etwa 340 Kilometer weit käme der kleine Flitzer mit einer Aufladung, abhängig von der Fahrweise. Und das Aufladen ginge nicht so schnell wie ganz normales Tanken: „Man braucht an der Säule etwa 30 bis 45 Minuten, bis der Wagen zu 80 Prozent aufgeladen ist“, sagt Rathai. „Aber es ist ein flottes Mobil, das Fahren macht schon Spaß. Als Zweitwagen würde ich ihn sofort nehmen, dafür ist er optimal. Nur die Innenausstattung ist beim ID.3 etwas karg.“

Einen E-Up von VW hat Inge Horn aus Hohenhameln getestet. „Ich war total begeistert, es ist ein ideales Stadtfahrzeug – am liebsten hätte ich es behalten“, sagt die 70-Jährige. Straßenlage und Beschleunigung seien super, nur die Reichweite sei mit gerade einmal rund 250 Kilometern recht gering. „Wir sind auch über Autobahn und Landstraßen gefahren“, erzählt Horn. Am Abend habe sie das Auto daheim in der Garage ans Aufladekabel gehängt. Es dauere zwar länger als bei einer E-Ladesäule, doch über Nacht sei eine volle Aufladung problemlos möglich.

Familie Weiberg unterwegs: Mit dem E-Auto fuhren die Vechelder unter anderem bis zum Tagebau Schöningen zwischen Helmstedt und Staßfurt. Quelle: Benjamin Weiberg

Benjamin Weiberg hat mit seiner Familie eine große Tour mit einem VW ID.4 zum Wasserstraßenkreuz Magdeburg, dem Tagebau Schöningen und zur Northeimer Seenplatte gemacht. „Wir fahren bereits seit 2017 rein elektrisch und haben uns bei der Aktion beworben, weil wir ein Nachfolge-Fahrzeug für unser jetziges Familien-E-Auto suchen“, erklärt der 38-jährige Vechelder. Neben großer Reichweite biete der ID.4 eine Anhängerkupplung, die den Autos der Familie in der Vergangenheit immer wieder gefehlt habe.

E-Autos erfordern viel weniger Verzicht als noch vor wenigen Jahren

Während der rund 450 Kilometer langen Wochendfahrt habe Weiberg nur selten Strom beim Auto nachladen müssen. „Nach vier Jahren E-Auto-Erfahrung kann ich sagen, dass die Lade-Infrastruktur mittlerweile viel besser ist und auch die Autos sehr viel weniger Verzicht erfordern als noch vor wenigen Jahren“, sagt er. Undurchsichtig für Neulinge sei leider weiterhin die Gestaltung von Ladetarifen unterwegs. „Wer zu Hause oder beim Arbeitgeber an einer Wallbox laden kann, hat es wesentlich einfacher und höchstwahrscheinlich auch kostengünstiger. Für uns gibt es in Summe aktuell aber keinen Grund, warum das nächste Auto nicht wieder ein E-Auto sein sollte“, so der Vechelder.

Ann-Marie Klaas (34) aus Edemissen fuhr übers Wochenende einen VW ID.3. „Ich hatte noch verstaubte Vorstellungen, was E-Autos anbelangt“, gibt sie zu. Doch die Batterie habe über das ganze Wochenende durchgehalten, ein Test-Laden an einer Säule in Edemissen problemlos funktioniert. Nicht nur Klaas selbst, sondern auch ihre Kinder „waren begeistert und positiv überrascht“ von dem E-Auto. „Jetzt denken wir darüber nach, uns als nächstes Auto ein E-Fahrzeug zu kaufen.“

Ausbau des E-Ladenetzes müsste gefördert werden

Insgesamt sei die Infrastruktur für E-Fahrzeuge in Deutschland noch ausbaufähig, meinen Weitling und Rathai. So lange es hier keinen umfassenden Ausbau gebe, würden viele Leute womöglich zögern, sich ein E-Auto zuzulegen. Auch Kevin Frinken vom Autohaus Gebr. Schmidt sagt, dass es in Peine diesbezüglich Nachholbedarf gebe: „Da müsste der Ausbau gefördert werden.“ Es bleibe also zu hoffen, dass die Initiative „pe-mobil“ ein Erfolg wird.

Autor: Dennis Nobbe; Quelle: Peiner Allgemeine Zeitung